Die Racine Familie und Uhren

 

Seit mehreren Jahrhunderte beschäftigt sich die Racine Familie (in Frankreich und in der Schweiz) mit Kunst und mit der Uhrmacherei. Der berühmteste Racine ist jedoch der französische Bühnenautor und Dramaturg Jean-Baptiste Racine (1639-1699), einer der ‘Drei Grossen’ (zusammen mit Molière und Corneille ) des 17. Jahrhunderts.

1590 ist der Name Racine verbunden mit der Gründung der ‘Communauté des Montagnes de la Paroisse de St. Imier’. 1708 wird David Racine (1669-1726?) erwähnt als ‘expert maître horloger’, berühmt durch seine schöne Uhren. Sein blühendes Geschäft erlaubt ihm 1729 ein grosses Stück Land in Montagne de Tramelan-Dessus zu kaufen. 1725 erlaubt das Basler Gericht sein Bruder Pierre (±1665-1728) den Titel ‘Ingenieur-Architekt’. Charles-Frédéric Racine (1769-1832) wird berühmt als Zifferblattmahler. Er ist ein wahrer Künstler auf dem Quadratmillimeter. Er schafft es das 'Unser Vater'-Gebet (insgesamt 605 Buchstaben) auf dem 24. Teil eines nur 6 Lignes (etwa 14 mm.) grossen Zifferblattes zu mahlen.

Die meisten Mitglieder der Racine Familie - jedenfalls diejenigen, die in der Uhrenindustrie tätig sind - wohnten in und um Lamboing, Kanton Bern und in Grenchen, Solothurn (gerade über die Kantongrenze). Bei TAG-Heuer sind Racine Mitglieder schon seit 1920 beschäftigt.

In den 19. Und 20. Jahrhundert hatten viele Racine’s und ihre Angeheirateten selbstständige, kleine oder mittelgrosse Manufakturen, in der viele Sorten Uhren und Uhrwerkteile produziert wurden. Einige werden später erwähnt. Die meisten mussten ihr Geschäft in de 1920-er und 1930-er Jahren schliessen.

Ende der 1880-er Jahre hatten Eduard Racine & Fils eine ziemlich umfangreiche Fabrik (Frabrique de Galonné) von Ketten, Kronen usw. in Sankt-Imier bei Biel.

César Racine (geboren 1851) führte eine ‘Horlogerie’ in der Avenue de Nouveau Collège 2 in Le Locle. Seine Taschenuhren wurden mit der ‘Medialle d’Or Expo Nationale Suisse, Genève 1896' und der ‘Grand Prix Paris 1900' (zusammen mit anderen Uhrmachern aus Le Locle) ausgezeichnet. Im Februar 1898 patentierte er ein automatisches Freilaufmechanismus für grössere Uhrwerke. Ein Jahr später verbesserte er diese Erfindung weiter. 1908 wird er Mitglied eines Gedenkausschusses des früh verstorbenen Herrn Jules Grossmann, der Direktor des ‘Ecole d’Horlogerie’ in Le Locle. Um 1920 patentierte er ein grosses Uhrenschlagwerk.
César’s Sohn, César Junior (geboren 1889) lässt den Namen ‘César Racine’ bei der Handelskammer am 4. Februar 1913 registrieren. Leider geriet er am 24. Januar 1931 in Konkurs.

Louis-Ferdinand Racine (1839-1925) in Lamboing heiratete Eugenie Giauque und führte eine kleine Fabrik in Schalträder für Chronografen.

Um 1890 arbeitete Louis Giauque (1832-1910), verheiratet mit Dina Racine, als selbstständiger Stempelschneider. Seine Inserate in den gesamten 1889-er Jahrgang der ‘La Fédération Horlogère Suisse’-Zeitung waren als einzige auf dem Kopf abgedruckt; möglicherweise weil das Geschäft bereits geschlossen wurde.

Herman Racine wird Mitte 1907 bei der Kantonalen Handelskammer als Kupferstecher eingetragen.

A. Racine-Liengme gründete am 16. Januar 1888 in Cormoret eine eine kleine Manufaktur (Manufacture d’Horlogerie Liengme & Co.); er verkaufte seine Produkte unter den witzigen Namen ‘Zelt mit Fahne’! Die Liengme Watch Co. war von 1888 bis 1974 aktiv mit der Produktion von Uhren mit Namen als ‘Gala’ und ‘Veto’.

W. Racine war Inhaber der Donada Watch Co. in Welschenrohr; er verkaufte kleine Uhren mit den Namen ‘Azu’, ‘Carus’, ‘Donada’ (sehe oben), ‘Joseco’, ‘Warac’ und ‘Waral’.

L. Racine-Wenker war bereits seit dem 16. März 1903 in Biel angemeldet als Uhrenmacher (geführte Markenname ‘Ranee’).

Ernest Racine (1868-1923), der seine Ausbildung in Moutier erhielt, fabrizierte in Lamboing Räderwerke; er beschäftigte etwa 50 Mitarbeiter und hatte schon einen Benzinmotor in der Fabrik als Antriebseinheit! leider machte er Bankrott im Juni 1911. In 1904 hatte er schon mit seinem Bruder die Firma Racine Frères (Gebrüder Racine) in Biel und Corgemont gegründet, wo man unter eigenen Name und unter Markennamen wie ‘Fuxia’ und ‘Suza’ Uhren verkaufte. Ende Dezember 1912 patentierte man 4 Armbanduhren. Am 29. Mai 1911 registrierte man die Fuxia Watch Co. und Fabrique Suza. Leider wurde am 22. November 1926 eine Eröffnung eines Vergleichsverfahrens angekündigt, die zu einem Konkurs Anfang 1927 führte.

Während den 1910-er Jahren führte Charles Racine eine Speditionsfirma in La-Chaux-de-Fonds, die trotz eines Krieges, Transporte anbot von La-Chaux-de-Fonds bis nach Japan, India und in den VS über die französischen Hafen Marseille und Bordeaux. Nach 1920 hört man nichts mehr von der Firma.

Henri Racine (1880-1968) arbeitete sehr lange bei Longines in Saint-Imier.

Zum Schluss lebte in Tavannes Eugène Racine, der Händler war in Spezialöle und Schmiermittel für sämtliche Uhrwerke.


Ur-Ur-Grossvater Jean-Pierre Racine (18-12-1750/2-6-1832) heiratete am 2. Dez. 1776 Lydie Giauque (20-8-1756/24-2-1847). Ihr Son Jean-Pierre Racine (5-12-1779/26-4-1848) heiratete im August 1800 Anna-Rosa Carrel (7-3-1779/??). Sie hatten 3 Kinder: Rosalie (14-11-1802), Jacob Aime (21-9-1805) und Jean-Pierre (10-1-1808/??) Der am 12. Febr. 1831 die Adelaide Bayard (5-2-1811/??) heiratete. Ihr (noch unbekannte) Sohn - Architekt in Grenchen - ist der Vater des Ariste (1889-1958) und Oskar Racine.

Der obengenannten Charles-Frédéric Racine wurde in La Chaux-de-Fonds am 11. Juli 1769 geboren und 12 Tage später dort getauft. Er heiratete am 13. Februar 1796 Catherine Hanninck. Sie wurde 1775 geboren. C.F.'s Vater war Daniel Racine, seine Mutter war Marie Sandez Gendre.

Die angeheirateten Familien Gallet, Giauque und Bayard waren ebenfalls in der Uhrenindustrie tätig.